Varianten und Variationen

Musik von Beethoven, Sor, FX Mozart, Kuhlau u.a.

Darja Großheide – Traversflöte
Michael Goldort – Gitarre
Alexander Puliaev – Hammerflügel

Foto:G.Neulen

Wenn ein Komponist das Werk eines anderen Komponisten in eigenen Variationen oder für andere Besetzungen bearbeitet, so tut er das aus Achtung und Anerkennung für dieses Werk. Beethoven, dessen 250ster Geburtstag in diesem Jahr allerorts ausgiebig gefeiert wird, variierte genau wie der Gitarrenvirtuose Ferdinand Sor gerne Themen von Mozart oder Diabelli; auch arrangierte er seine eigenen Werke für neue Besetzungen wie zum Beispiel die Serenade op.41. Ebenso taten es aber auch Musikerkollegen mit Beethovens Werken. „Adelaide“ für Traversflöte und Klavier von Iwan Müller? Die Cellosonate mit Mozartvariationen von Ferdinando Carulli für Gitarre und Hammerflügel bearbeitet? So hört man Beethoven nur selten. Tulou und Carulli bearbeiteten gemeinsam berühmte Opernarien von Gioacchino Rossini für Flöte und Gitarre.

Programm
Franz Xaver Mozart (1791 – 1844) Rondo in e-moll für Flöte und Klavier
Beethoven/Ferdinand Carulli (1770 – 1841) Variationen über Mozarts „Ein Mädchen oder Weibchen“
arrangiert für Gitarre und Klavier
Gioacchino Rossini/Jean-Louis Tulou u. Ferdinando Carulli “Sento un`interna voce” aus “Elisabetta, Regina d`Inghilterra” “Di piacer mi balza il cor” aus “La Gazza ladra”
Ludwig van Beethoven (1770 – 1827) Andante favori WoO 57 für Klavier
Federico Moretti (1769 – 1839) “Canciones espagnolas y americanas” für Gesang (Flöte), Gitarre und Klavier Titel:“La Leccion”,“El Juramento”
Pause
Beethoven/ Verlag Hoffmeister & Kühnel Serenade op.41 für Flöte und Klavier (1803) arrangiert nach op.25 für Flöte, Violine, Bratsche (1795/96) Entrata – Tempo ordinario d´un Menuetto – Allegro molto – Andante con variazione 1 – Allegro scherzando vivace – Adagio – Allegro vivace e disinvolto
Fernando Sor (1778 – 1839) “Variations sur le thème de Mozart” für Gitarre solo
Beethoven/ Ivan Müller (1786 – 1854) “Adelaide” arrangiert für Flöte und Klavier
Friedrich Kuhlau (1786 – 1832) “Was ist der Mensch?” aus “Variations et Caprices pour la Flûte” op.10
Federico Moretti (1769 – 1839) “Canciones espagnolas y americanas” für Gesang (Flöte), Gitarre und Klavier Titel: La Tortolilla, El Enigma

Michael Goldort, Gitarre
wurde in Nowosibirsk geboren, studierte am dortigen Glinka-Staatskonservatorium Gitarre und schloss 1991 ab. Schon während seiner Studienzeit trat er vielfach auf, sowohl in Russland als auch auf renommierten Festivals in Italien, Deutschland und Österreich, wo namhafte Persönlichkeiten wie Alvaro Pierri ihn als einen der virtuosesten Gitarristen Russlands würdigten. Ab 1989 gab er regelmäßig Solo-Recitals im In- und Ausland (unter anderem in Österreich, Spanien und Italien) und trat er zusammen mit Symphonieorchestern von Stadten wie Sankt Petersburg und Kiew auf. 1991 wurde Michael Goldort Assistent von Professor Frauchi am Moskauer Konservatorium. Später wirkte er als Professor für Gitarre am Glinka-Staatskonservatorium (1993-1996) und an der Universität von Sankt Petersburg (2003-2005). Seit 2005 lebt und arbeitet er in Köln. Von seinen vielen Transkriptionen für Gitarre, vor allem bekannte Opernthemen von Komponisten wie Rossini oder Bizet, sind mehrere auf CD erschienen. Seine zweite CD ist spanischen Komponisten gewidmet und wurde im Classical Guitar Magazine 1996 als künstlerisches und technisches Meisterwerk beschrieben.

Darja Großheide, Traversflöte
spielt von Kindheit an Quer-und Blockflöte. Sie studierte zunächst Blockflöte bei S Balestracci in Padua (Italien). Es folgten Abschlüsse an den Musikhochschulen von Maastricht (NL bei J.Minis) und Köln (M.Zimmermann). Bei Karl Kaiser machte sie ein Aufbaustudium für Traversflöte an der MHS Frankfurt, bei Martin Sandhoff spezialisierte sie sich zusätzlich auf das Spiel romantischer Klappenflöten. Sie konzertiert mit verschiedenen Barockorchestern sowie in unterschiedlichen kammermusikalischen Formationen. Mehrere CD-Produktionen mit Ersteinspielungen ihres Ensembles „musica solare“ sind aus dieser Arbeit hervorgegangen (u.a.Kantaten von Ariosti, Sonaten von Nardini). 2010 gründet Darja Großheide die Kammerkonzertreihe „Tonspuren“, die seit 2015 in der Kulturfabrik Becker&Funck in Düren vom Kunstförderverein Kreis Düren veranstaltet wird und die sie als Musikalische Leiterin betreut. Sie erarbeitet fortdauernd neue Kammermusikprogramme in unterschiedlichen Besetzungen und setzt diese um.

Alexander Puliaev, Hammerflügel
wurde 1962 in St. Peterburg (ehem. Leningrad) geboren. Seinen ersten Klavierunterricht erhielt er im Alter von 6 Jahren. 1985 schloss er sein Klavierstudium am Moskauer Konservatorium bei Wladimir Natansson ab. Nach einigen Jahren der Konzerttätigkeit als Solist und Kammermusiker, setzte er seine Ausbildung am Sweelinck Conservatorium in Amsterdam bei Anneke Uittenbosch (Cembalo) und Stanley Hoogland (Hammerflügel) fort. 1993 wurde er beim Internationalen Cembalowettbewerb in Warschau Preisträger. Seit 1998 lebt Alexander Puliaev in Deutschland, wo er auch an der Musikhochschule Köln (Abteilung Wuppertal) unterrichtet. Als Solist und Kammermusiker ist er international gefragt, und hat bereits mit Dirigenten wie Peter Schreier, Ivor Bolton, Marcus Creed, Christoph Spering zusammengearbeitet. Im kammermusikalischen Bereich bestehen Partnerschaften mit Dorothee Oberlinger, Anton Steck, Hille Perl, Christoph Mayer, Vittorio Ghielmi, Ensemble 1700, Kontraste Köln, Concerto Köln, Das Neue Orchester Köln. Alexander Puliaev tritt regelmäßig bei den internationalen Musikfestivals in aller Welt auf (Nantes, Tokyo, Schleswig-Holstein Musik-Festival, Festa da Musica in Lissabon, Stockstädter Musiktage, Arolser Barock-Festspiele, Banchetto Musicale in Vilnius usw.) Er hat diverse CD-Aufnahmen bei BIS und MARC AUREL Edition eingespielt.