SALON ROSSINI

Darja Großheide – Romantische Flöte / Querflöte
Michael Goldort – Romantische Gitarre / Gitarre

Foto: Ralf Bauer

Darja Großheide und Michael Goldort spielen schon seit 10 Jahren immer wieder gerne zusammen. Die Besetzung mit Flöte und Gitarre ist zu Beginn des 19ten Jahrhunderts besonders in den Metropolen Wien und Paris überaus beliebt, und so gibt es zahlreiche hochkarätige, aber auch unterhaltsame Stücke aus der großen Zeit der dortigen Salons. Gitarristen wie Carulli, Diabelli, Matiegka, Molino und natürlich Giuliani haben für Flöte und Gitarre komponiert, aber auch Komponisten wie Beethoven oder von Neukomm.
Opernbearbeitungen bilden neben Serenaden und Nocturnes einen wichtigen Anteil des Repertoires. Was man in der Oper gehört hatte, wollte man zuhause selber nachspielen oder von Musikern nachgespielt bekommen. Die Opern von Rossini und Bellini erfreuten sich besonderer Beliebtheit. Das mobile Instrumentarium bot sich auch für Auftritte außerhalb der eigenen vier Wände an. Serenaden im Grünen oder Nocturnes vor dem Fenster der Angehimmelten waren beliebte Spielgelegenheiten. Das Duo Großheide-Goldort spielt auf Instrumenten des 19ten und 20sten Jahrhunderts. Es ist u.a. im Kölner Fest der Alten Musik aufgetreten, bei den Weilburger Schlosskonzerten und bei Klang im Kloster in Frankfurt.
Zum Repertoir gehören neben Musikwerken der Romantik ( Carulli, Giuliani, Matiegka, Schubert, Diabelli, Molino, Chopin ) auch Stücke von Astor Piazzolla und Gabriel Fauré.

Darja Großheide studierte Blockflöte am Conservatorium in Padua bei S. Balestracci (Diplom), am Conservatorium Maastricht bei J. Minis(Ip-Diplom) und an der Hochschule für Musik und Tanz Köln bei M. Zimmermann (KA-Diplom). Bei Karl Kaiser machte sie außerdem ein Aufbaustudium Alte Musik für Traversflöte an der MHS Frankfurt und  lernte bei Martin Sandhoff  romantische Klappenflöten zu bedienen. Sie konzertiert in  unterschiedlichen kammermusikalischen Formationen sowie mit verschiedenen Barockorchestern. Mehrere CD-Produktionen mit Ersteinspielungen ihres Ensembles „musica solare“ sind aus dieser Arbeit hervorgegangen (u.a. Kantaten von Ariosti, Sonaten von Nardini).
2010 gründete sie die Kammerkonzertreihe für Alte Musik „Tonspuren“ in Düren, in der sie bis Ende 2022 weit über hundert Konzerte auf die Bühne gebracht haben wird. Stets auf der Suche nach neuem Flötenrepertoire zwischen 1720 und 1840 entwickelt und erarbeitet sie ungewöhnliche Kammermusikprogramme in unterschiedlichen Besetzungen und bringt sie zur Aufführung, z.B. Programme mit Schauspielern oder Komikern oder extra für Kinder. Darja Großheide lebt und arbeitet in Düren und Berlin und unterrichtet Querflöte, Blockflöte und Traversflöte.
Michael Goldort wurde in Nowosibirsk geboren und studierte Gitarre am dortigen Glinka-Staatskonservatorium. Schon während seiner Studienzeit trat er vielfach auf, sowohl in Russland als auch auf renommierten Festivals in Italien, Deutschland und Österreich, wo namhafte Persönlichkeiten wie Alvaro Pierri ihn als einen der virtuosesten Gitarristen Russlands würdigten. Ab 1989 gab er regelmäßig Solo-Recitals im In- und Ausland ( unter anderem in Österreich, Spanien und Italien ) und trat er zusammen mit Symphonieorchestern von Städten wie Sankt Petersburg und Kiew auf. 1991 wurde Michael Goldort Assistent von Professor Frauchi am Moskauer Konservatorium. Später war er als Professor für Gitarre verbunden am Glinka-Staatskonservatorium (1993-1996) und an der Universität von Sankt Petersburg (2003-2005). Seit 2005 lebt und arbeitet er in Köln. Von seinen vielen Transkriptionen für Gitarre, vor allem bekannte Opernthemen von Komponisten wie Rossini oder Bizet, sind mehrere auf CD erschienen. Seine zweite CD ist spanischen Komponisten gewidmet und wurde im Classical Guitar Magazine 1996 als künstlerisches und technisches Meisterwerk beschrieb. Seit einigen Jahren spielt Michael Goldort auf der Romantischen Gitarre Kammermusik mit bekannten Musikern der Historischen Aufführungspraxis und arrangiert in deren Auftrag u.a.Opern von Rossini für kleine Ensembles.

Mikhail Goldort und Darja Großheide spielen nicht nur im Duo.
sondern auch in größerer Besetzung!

Salon Rossini
Große Oper in kleiner Besetzung!

Ausgewählte Opernstücke von Gioacchino Rossini sowie Musik von Johann Stauss II bearbeitet für zwei Flöten, Gitarre, Violoncello und Schlagwerk, zum Teil arrangiert von Michael Goldort
Annie Laflamme & Darja Großheide (Romantische Flöten)
Michael Goldort (Romantische Gitarre)
Hannah Freienstein / Candela Gomez Bonet (Violoncello)
Ralf Zartmann (Schlagwerk)
Grafik: Karlotta Fischer

Rossinis Opern wurden zu seinen Lebzeiten geliebt und gefeiert, ganz besonders in Wien und Paris, wo zu eben dieser Zeit in den Salons der gehobenen Gesellschaft zahlreiche Kammermusikkonzerte gegeben wurden. Der Gitarrist Michael Goldort hat für das Ensemble Bearbeitungen geschrieben von dieser schönen Musik, etwa von der berühmten Ouverture aus „La gazza ladra“ oder vom humorvollen 1. Finale aus „L’Italiana in Algeri“. Außerdem spielt Salon Rossini auch eigene Bearbeitungen berühmter Werke von Johann Strauss Sohn wie „Im Krapfenwaldl“ und demnächst auch die Ouverture der „Fledermaus“. Seit vielen Jahren beschäftigen sich die Musiker des Ensembles mit diesem reizvollen Repertoir. Im Programm wechseln die Besetzungen von Stück zu Stück, dabei auch Originalbearbeitungen des 19ten Jahrhunderts zum Beispiel von Carulli, Tulou und Giuliani.
Die Musiker spielen auf historischen Instrumenten der Rossinizeit.

Foto: Silvia Perucchetti
Annie Laflamme. Während im Paris des 18. Jahrhunderts die Musik des Barock ihre schönsten und exklusivsten Blüten trieb, waren sieben kleine Eilande in Kanadas eiskaltem St. Lorenz Strom das Ziel französischer Auswanderer in der neuen Welt. Sept-Iles, so heißt heute noch der Ort, in dem 250 Jahre später deren Nachfahrin, die Flötistin Annie Laflamme geboren wurde. Als Québécoise fühlt sie sich der Sprache des Alten Frankreich ebenso nah, wie sie als Künstlerin mit der Musik der Alten Welt verbunden ist. So zog es Annie Laflamme nach ihrem Studium der Querflöte in Montreal zurück in die Musikmetropole Wien. Hier lernte sie die heute Neue Welt der Alten Musik kennen, deren Studium sie am königlichen Konservatorium in den Haag vervollkommnete. Heute lebt Annie Laflamme als Spezialistin für historische Flöten des Barock, der Klassik und der Romantik in Mettmann. Sie arbeitet mit renommierten Ensembles wie z. B., Les Musiciens du Louvre (Marc Minkowski - Frankreich), Musicaeterna (Teodor Currentzis - Russland), und der Concentus Musicus Wien (Stefan Gottfried - Österreich). Ihre Konzertreisen als Solistin, Kammer- und Orchestermusikerin so wie ihre Arbeit als passionierte Pädagogin führen sie durch Europa, Amerika und Asien. Zahlreiche CD-Einspielungen und Rundfunkmitschnitte belegen Ihre künstlerische Tätigkeit. Als Gründungsmitglied des Ensembles Compagnia di Punto beschreitet sie seit dem Jahr 2010 neue Wege auf alten Instrumenten. 
Foto: Diesner
Ralf Zartmann zählt seit über 20 Jahren zu den vielseitigsten und außergewöhnlichsten seiner Art. Er ist freiberuflicher, klassisch ausgebildeter Schlagzeuger, Pauker, Percussionist und Schlagwerkdozent. Als Tonkünstler ist er in allen Genres zu Hause- immer auf der Suche nach dem Neuen. Neben Tätigkeiten im solistischen Bereich (u.a. gemeinsam mit Dame Evelyn Glennie) ist er regelmäßig Gast bei großen Symphonieorchestern, Theaterproduktionen und Festivals. So war er 16 Jahre im Bereich Schlagzeug/Pauke sowie mehrfach solistisch bei den Düsseldorfer Symphonikern und der Deutschen Oper am Rhein tätig. Für letztere gestaltete er mit der Band trio crossOper und Solisten des Ensembles eigenständige, genreübergreifende Konzertprojekte. Mit zu seinen Lieblingsinstrumenten gehören die Barockpauken. Hier hat er Werke mit bis zu 8 Pauken aus dem 17. Jahrhundert wiederbelebt und europaweit solistisch aufgeführt u.a. mit den Titualorganisten Notre Dame. Ralf Zartmann leitet zudem die RZ PercussionGROUP, ein Spezialensemble für Schlagzeugmusik. Im Rahmen seiner pädagogischen Tätigkeit (u. a. als Dozent beim Landesjugendorchester NRW) finden regelmäßig in Zusammenarbeit mit Städten des Ruhrgebiets und Konzerthäusern wie der Tonhalle Düsseldorf Schulkonzerte mit ihm statt. In der Spielzeit 2018/2019 und 2019/2020 war er solistisch an der Deutschen Oper am Rhein in der Oper Gold! (Besetzung 1 Sopran/1 Schlagzeuger) zu hören. Mit diesem außergewöhnlichem Werk gastiert er in der Spielzeit 2022/2023 mit einer Neuinszenierung an der Oper Wuppertal.
Foto: Frank Schemmann
Hannah Freienstein, Cello, studierte an der Folkwang-Universität Essen, an der Universität Stellenbosch Südafrika und schloss ihr künstlerisches Konzertfach-Diplom am Mozarteum Salzburg mit Auszeichnung  ab. Ihre große Liebe galt schon früh der Kammermusik und durch Studien bei Mitgliedern des Hagen Quartetts und Wiener Streichsextetts am Mozarteum erhielt sie wertvolle Impulse. Von 2007 bis 2010 studierte sie historische Aufführungspraxis in der Meisterklasse von Kristin von der Goltz an der Musikhochschule München. Sie gewann den Kulturförderpreis des City-Rings des Lion's Clubs sowie den 1. Preis im Edna Elphick Cello Wettbewerb. 2012 bis 2017 war sie Solocellistin beim Elbipolis Barockorchester Hamburg. Im Bereich der historischen Ausfführungspraxis spielt sie regelmäßig mit Formationen wie Concerto Köln, Arthouse17, Das neue Orchester, Harmonie Universelle, Vespres d'arnadí, Le tendre amour, Les musiciens du Louvre, Bachcelona Consort u.A. Mit dem modernen Cello arbeitet sie in Orchestern wie dem Bachorchester München, dem Orquestra de Cadaqués und am Gärtnerplatztheater München. Sie gibt Kammermusik- und Barockkurse an verschiedenen Landesmusikakademien.  Hannah Freienstein gastiert regelmäßig in Sälen wie den Philharmonien Berlin, Köln, München, Elbphilharmonie, BOZAR Brüssel, Wiener Musikverein, sowie Festivals wie dem Schleswig-Holstein Festival, Oude Muziek Festival Utrecht, Rheingau Musikfestival, Festspiele Dresden, Händel-Festspiele Halle, Ludwigsburger Schlossfestspiele, Tage Alter Musik Herne, Schwetzinger Festspiele, Festival de Peralada  u.A. Konzertreisen führten sie durch ganz Europa, Südamerika, Asien, den nahen Osten und Südafrika.
Außerdem spielt das Ensemble in Quartettbesetzung:

Wien spielt auf – ein Salonkonzert beim Wiener Kongress 1815

Wir stellen ein Konzert im berühmten Wiener Salon der Berlinerin Fanny von Arnstein nach

Darja Großheide – Romantische Flöte
Christian Goosses – Viola
Michael Goldort – Romantische Gitarre
Michael Borgstede – Hammerflügel

Foto: Ralf Bauer

Nach 23 Jahren Krieg treffen sich gekrönte Häupter und Politiker aus ganz Europa zu Friedensverhandlungen in Österreichs Metropole Wien. Der Wiener Kongress beginnt im September 1814. Geplant sind zwei Monate Verhandlungen. Die Gäste werden üppig bewirtet und mit Bällen, Festen, Mätressen, Theater und Konzerten köstlich unterhalten. Wien gilt in dieser Zeit als die Amüsiermeile Europas. Nicht umsonst sagt man „der Kongress tanzt“. Und weil sich alle so wohl fühlen im schönen Wien, bleiben sie ganze neun Monate und kosten Österreich ein Vermögen. Endlich gibt es auch wieder echten Kaffee, was einen riesen Andrang in den Konzertcafés zur Folge hat. Mit ihren Kronleutern, roten Samtpolstern und Spiegeln gelten als Inbegriff von Lebensqualität und werden überall in Europa nachgeahmt. Die Biedermeierära beginnt genau hier beim Wiener Kongress.
In zahlreichen Salons, die von sogenannten „Salonieren“ geführt werden, finden regelmäßig Konzerte und Lesungen, aber auch politische Debatten statt. Beethoven und Goethe, Wilhelm von Humboldt, Schlegel, Spohr, Giuliani, Diabelli , Hummel und viele andere große Musiker und Dichter sind Teil dieser herrlichen Kulturindustrie. Die Gitarre, die sich seit Ende des 18ten Jahrhunderts wesentlich weiterentwickelt hatte, ist Dank einiger Virtuosen wie Mauro Giuliani, Ferdinand Carulli, Wenzel Matiegka oder Anton Diabelli zum absoluten Modeinstrument avanciert. Das „mobile Klavier“ kann die feinen Damen bei Landpartien oder Gartenfesten unterhalten, wird aber auch gerne in den Salons gespielt. Unzählige Kompositionen und Arrangements für Gitarre alleine oder in Kombination mit anderen Instrumenten wie Klavier, Flöte oder Violine werden in dieser Zeit in Wien verlegt und finden reißenden Absatz. Die Komponisten sind zugleich auch Musiker und spielen ständig miteinander. So weiß man, dass Giuliani mit Moscheles und Hummel, aber auch mit Beethoven und Diabelli musizierte. Der in Wien ansässige, aus Böhmen stammende Gitarrist und Pianist Wenzel Matiegka hat den Ruf, er sei der „Beethoven der Gitarre“. Matiegka arrangiert u.a. eine Serenade Beethovens für Flöte, Viola und Gitarre. Das von ihm komponierte Notturne für dieselbe Besetzung galt lange als ein Werk von Franz Schubert, der jedoch nur eine Cellostimme hinzufügte.