Salon Rossini

Samstag, 25.02.2023, 17h
Schiersteiner Kantorei, Wiesbaden

Große Oper in kleiner Besetzung
Ausgewählte Opernstücke von Gioacchino Rossini sowie Musik von Johann Stauss II bearbeitet für zwei Flöten, Gitarre, Violoncello und Schlagwerk, zum Teil arrangiert von Michael Goldort

SALON ROSSINI:
Annie Laflamme – Romantische Flöte
Darja Großheide – Romantische Flöte
Mikhail Goldort – Romantische Gitarre
Candela Gomez Bonet – Violoncello
Ralf Zartmann – Schlagwerk

Rossinis Opern wurden zu seinen Lebzeiten geliebt und gefeiert, ganz besonders in Wien und Paris, wo zu eben dieser Zeit in den Salons der gehobenen Gesellschaft zahlreiche Kammermusikkonzerte gegeben wurden. Der Gitarrist Michael Goldort hat für das Ensemble Bearbeitungen geschrieben von dieser schönen Musik, etwa von der berühmten Ouverture aus „La gazza ladra“ oder vom humorvollen 1. Finale aus „L’Italiana in Algeri“. Außerdem spielt Salon Rossini auch eigene Bearbeitungen berühmter Werke von Johann Strauss Sohn wie „Im Krapfenwaldl“ und demnächst auch die Ouverture der „Fledermaus“. Seit vielen Jahren beschäftigen sich die Musiker des Ensembles mit diesem reizvollen Repertoir. Im Programm wechseln die Besetzungen von Stück zu Stück, dabei auch Originalbearbeitungen des 19ten Jahrhunderts zum Beispiel von Carulli, Tulou und Giuliani.
Die Musiker spielen auf historischen Instrumenten der Rossinizeit.

Foto Silvia Perucchetti
Annie Laflamme. Während im Paris des 18. Jahrhunderts die Musik des Barock ihre schönsten und exklusivsten Blüten trieb, waren sieben kleine Eilande in Kanadas eiskaltem St. Lorenz Strom das Ziel französischer Auswanderer in der neuen Welt. Sept-Iles, so heißt heute noch der Ort, in dem 250 Jahre später deren Nachfahrin, die Flötistin Annie Laflamme geboren wurde. Als Québécoise fühlt sie sich der Sprache des Alten Frankreich ebenso nah, wie sie als Künstlerin mit der Musik der Alten Welt verbunden ist. So zog es Annie Laflamme nach ihrem Studium der Querflöte in Montreal zurück in die Musikmetropole Wien. Hier lernte sie die heute Neue Welt der Alten Musik kennen, deren Studium sie am königlichen Konservatorium in den Haag vervollkommnete. Heute lebt Annie Laflamme als Spezialistin für historische Flöten des Barock, der Klassik und der Romantik in Mettmann. Sie arbeitet mit renommierten Ensembles wie z. B., Les Musiciens du Louvre (Marc Minkowski - Frankreich), Musicaeterna (Teodor Currentzis - Russland), und der Concentus Musicus Wien (Stefan Gottfried - Österreich). Ihre Konzertreisen als Solistin, Kammer- und Orchestermusikerin so wie ihre Arbeit als passionierte Pädagogin führen sie durch Europa, Amerika und Asien. Zahlreiche CD-Einspielungen und Rundfunkmitschnitte belegen Ihre künstlerische Tätigkeit. Als Gründungsmitglied des Ensembles Compagnia di Punto beschreitet sie seit dem Jahr 2010 neue Wege auf alten Instrumenten. 
Darja Großheide studierte Blockflöte am Conservatorium in Padua bei S. Balestracci (Diplom), am Conservatorium Maastricht bei J. Minis(Ip-Diplom) und an der Hochschule für Musik und Tanz Köln bei M. Zimmermann (KA-Diplom). Bei Karl Kaiser machte sie außerdem ein Aufbaustudium Alte Musik für Traversflöte an der MHS Frankfurt und  lernte bei Martin Sandhoff  romantische Klappenflöten zu bedienen. Sie konzertiert in  unterschiedlichen kammermusikalischen Formationen sowie mit verschiedenen Barockorchestern. Mehrere CD-Produktionen mit Ersteinspielungen ihres Ensembles „musica solare“ sind aus dieser Arbeit hervorgegangen (u.a. Kantaten von Ariosti, Sonaten von Nardini). 2010 gründete sie die Kammerkonzertreihe für Alte Musik „Tonspuren“ in Düren, in der sie bis Ende 2022 weit über hundert Konzerte auf die Bühne gebracht haben wird. Stets auf der Suche nach neuem Flötenrepertoire zwischen 1720 und 1840 entwickelt und erarbeitet sie ungewöhnliche Kammermusikprogramme in unterschiedlichen Besetzungen und bringt sie zur Aufführung, z.B. Programme mit Schauspielern oder Komikern oder extra für Kinder. Darja Großheide lebt und arbeitet in Düren und Berlin und unterrichtet Querflöte, Blockflöte und Traversflöte.
Michael Goldort wurde in Nowosibirsk geboren und studierte Gitarre am dortigen Glinka-Staatskonservatorium. Schon während seiner Studienzeit trat er vielfach auf, sowohl in Russland als auch auf renommierten Festivals in Italien, Deutschland und Österreich, wo namhafte Persönlichkeiten wie Alvaro Pierri ihn als einen der virtuosesten Gitarristen Russlands würdigten. Ab 1989 gab er regelmäßig Solo-Recitals im In- und Ausland ( unter anderem in Österreich, Spanien und Italien ) und trat er zusammen mit Symphonieorchestern von Städten wie Sankt Petersburg und Kiew auf. 1991 wurde Michael Goldort Assistent von Professor Frauchi am Moskauer Konservatorium. Später war er als Professor für Gitarre verbunden am Glinka-Staatskonservatorium (1993-1996) und an der Universität von Sankt Petersburg (2003-2005). Seit 2005 lebt und arbeitet er in Köln. Von seinen vielen Transkriptionen für Gitarre, vor allem bekannte Opernthemen von Komponisten wie Rossini oder Bizet, sind mehrere auf CD erschienen. Seine zweite CD ist spanischen Komponisten gewidmet und wurde im Classical Guitar Magazine 1996 als künstlerisches und technisches Meisterwerk beschrieb. Seit einigen Jahren spielt Michael Goldort auf der Romantischen Gitarre Kammermusik mit bekannten Musikern der Historischen Aufführungspraxis und arrangiert in deren Auftrag u.a.Opern von Rossini für kleine Ensembles.
Foto Diesner
Ralf Zartmann zählt seit über 20 Jahren zu den vielseitigsten und außergewöhnlichsten seiner Art. Er ist freiberuflicher, klassisch ausgebildeter Schlagzeuger, Pauker, Percussionist und Schlagwerkdozent. Als Tonkünstler ist er in allen Genres zu Hause- immer auf der Suche nach dem Neuen. Neben Tätigkeiten im solistischen Bereich (u.a. gemeinsam mit Dame Evelyn Glennie) ist er regelmäßig Gast bei großen Symphonieorchestern, Theaterproduktionen und Festivals. So war er 16 Jahre im Bereich Schlagzeug/Pauke sowie mehrfach solistisch bei den Düsseldorfer Symphonikern und der Deutschen Oper am Rhein tätig. Für letztere gestaltete er mit der Band trio crossOper und Solisten des Ensembles eigenständige, genreübergreifende Konzertprojekte. Mit zu seinen Lieblingsinstrumenten gehören die Barockpauken. Hier hat er Werke mit bis zu 8 Pauken aus dem 17. Jahrhundert wiederbelebt und europaweit solistisch aufgeführt u.a. mit den Titualorganisten Notre Dame. Ralf Zartmann leitet zudem die RZ PercussionGROUP, ein Spezialensemble für Schlagzeugmusik. Im Rahmen seiner pädagogischen Tätigkeit (u. a. als Dozent beim Landesjugendorchester NRW) finden regelmäßig in Zusammenarbeit mit Städten des Ruhrgebiets und Konzerthäusern wie der Tonhalle Düsseldorf Schulkonzerte mit ihm statt. In der Spielzeit 2018/2019 und 2019/2020 war er solistisch an der Deutschen Oper am Rhein in der Oper Gold! (Besetzung 1 Sopran/1 Schlagzeuger) zu hören. Mit diesem außergewöhnlichem Werk gastiert er in der Spielzeit 2022/2023 mit einer Neuinszenierung an der Oper Wuppertal.
Die Cellistin Candela Gomez Bonet ist international als geschätzte Continuospielerin und Kammermusikerin mit Ensembles aus ganz Europa Europa aktiv und hat sich der historisch-informierten Aufführungspraxis des klassischen und barocken Repertoires verschrieben. Sie beendete ihren Master in Alter Musik an der Staatlichen Hochschule für Musik in Trossingen mit den höchsten Auszeichnungen. Sie erhielt wichtige Anregungen von renommierten Cellisten wie Bruno Cocset, Jaap Ter Linden, Christophe Coin, Roel Dieltiens, Werner Matzke, Jan Freiheit und Markus Möllenbeck. Als Solocellistin des European Union Baroque Orchestra (EUBO) 2015/16, konzertierte sie unter Leitung von Margaret Faultless, Rachel Podger und Lars Ulrik Mortenssen in ganz Europa und spielte in den bekanntesten Konzertsälen in Deutschland, Polen, den Niederlanden, Belgien, Rumänien, Bulgarien und Malta. Sie nahm an dem letzten Orchesterprojekt der Dresdner Musikfestspiele unter der Leitung von Ivor Bolton teil. Außerdem war sie Mitglied des Jeune Orchestre Atlantique (JOA, 2011-2012) und bereicherte ihre musikalische Ausbildung bei großartigen Musikern wie Alessandro Moccia, Ageet Zweistra, Philippe Herreweghe und Jos van Immerseel. Zurzeit arbeitet sie mit zahlreichen professionellen Ensembles wie Concerto Köln,  dem Kölner Barockorchester, Concerto München, dem Berner Kammerorchester, dem Irischen Barockorchester, dem Nordic Baroque Ochstra und der Academia das Luces zusammen. Als begeisterte Kammermusikern ist sie Gründungsmitglied des „Werther Quartett“, einem Streichquartett, das sich der Aufführung des klassischen und romantischen Repertoires auf historischen Instrumenten verschrieben hat und bereits international ausgezeichnet wurde. 2017 war Sie Finalistin des York Early Music International Competition und studiert zurzeit im Master Barockcello -Pädagogik an der Staatlichen Hochschule für Musik Trossingen. 

PROGRAMM:
Gioacchino Rossini (1792 – 1868 )
aus seinen Opern…

La gazza ladra – Ouverture
Bearbeitung von Michael Goldort für 2 Flöten, Gitarre, Cello und Schlagwerk

Il Barbiere di Siviglia – „Ecco ridente il cielo“
Bearbeitung von Ferdinando Carulli für Flöte und Gitarre

Tancredi – “Fra quei soavi palpiti”
Bearbeitung von F.Carulli für 2 Flöten und Gitarre

sowie Instrumentalmusik…

Thema Une Larme – Allegro agitato
für Violoncello und Gitarre (orig. Klavier)

Johann Strauss ( 1825 – 1899 )
Polka „Im Krapfenwald`l“ op.336

mehr aus Rossinis Opern….
Il Turco in Italia
Bearbeitung von 1819 für 2 Flöten, Arrangeur unbekannt

Il Barbiere di Siviglia
Bearbeitung für Gitarre solo von Michael Goldort

„Una voce poco fa“,
Bearbeitung von F.Carulli und J.L.Tulou für Flöte und Gitarre

Elisabetta d’Inghilterra
Bearbeitung von 1819 für 2 Flöten, Arrangeur unbekannt

L’Italiana in Algeri – Erstes Finale,
Bearbeitung von Michael Goldort für 2 Flöten, Gitarre, Cello und Schlagwerk

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