21. November 2020 00:00 Uhr

St.Lambertus, Morschenich

Barockmusik an der Abbruchkante - Konzert in Morschenich

ENSEMBLE STILART
Darja Großheide (Traversflöte) – Florian Deuter (Violine)
Davit Melkonyan (Violoncello) – Michael Borgstede (Cembalo)

Programm
Concerto secondo in D-Dur aus den „Six Quatuors“ (1730) für Flöte, Violine, Violoncello und Basso continuo Allegro – Affettuoso – Vivace
Johann Sebastian Bach ( 1685 – 1750 ) Prélude und Sarabande aus der 2.Suite in d-moll, BWV 1008 für Violoncello solo im Wechsel mit Gavotte I&2 und Gigue aus der 6.Englischen Suite in d-moll, BWV 811 für Cembalo solo
Johann Joachim Quantz ( 1697 – 1773 ) Trio in e-moll, QV2 Anhang 14 für Flöte, Violine, Violoncello und Basso continuo Adagio – Allegro – Largo – Presto
Pause
Johann Gottlieb Graun ( 1703 – 1771 ) Triosonate in G-Dur für Flöte, Violine und Basso continuo Largo – Allegro moderato – Alla breve
*Georg Philipp Telemann ( 1681 – 1767 ) Solo für Violine und B.c. in A-Dur aus der Tafelmusik II, Nr.5 Andante – Vivace – Cantabile – Allegro
Georg Friedrich Händel ( 1685 – 1759 ) Concerto a quattro in d-moll für Flöte, Violine, Violoncello und Basso continuo Adagio – Allegro – Largo – Allegro

ENSEMBLE STILART
Darja Großheide, Traversflöte
spielt von Kindheit an Quer-und Blockflöte. Sie studierte zunächst Blockflöte bei Sergio Balestracci in Padua (Italien). Es folgten künstlerische Abschlüsse an den Musikhochschulen von Maastricht (NL bei J.Minis) und Köln (M.Zimmermann). Bei Karl Kaiser machte sie ein Aufbaustudium für Traversflöte an der MHS Frankfurt, bei Martin Sandhoff spezialisierte sie sich zusätzlich auf das Spiel romantischer Klappenflöten. Sie konzertiert mit verschiedenen Barockorchestern sowie in unterschiedlichen kammermusikalischen Formationen. Mehrere CD-Produktionen mit Ersteinspielungen ihres Ensembles „musica solare“ sind aus dieser Arbeit hervorgegangen (u.a.Kantaten von Ariosti, Sonaten von Nardini). 2010 gründet Darja Großheide die Kammerkonzertreihe „Tonspuren“, die seit 2015 in der Kulturfabrik Becker&Funck in Düren vom Kunstförderverein Kreis Düren veranstaltet wird und die sie als Musikalische Leiterin betreut. Sie erarbeitet fortdauernd neue Kammermusikprogramme in unterschiedlichen Besetzungen und setzt diese um.

FlorianDeuter, Violine
ist einer der maßgebenden Barockgeiger seiner Generation. Er begann seine Karriere 1987 mit Reinhard Goebels Musica Antiqua Köln, wo er von 1994 bis 2000 Konzertmeister war. Schnell wurde er auch an die Spitze anderer renommierter Ensembles im Bereich der Alten Musik eingeladen. So wirkte er als Konzertmeister u.a. beim Gabrieli Consort unter der Leitung von Paul McCreesh, bei Chapelle Royale und Collegium Vocale Gent unter Philippe Herreweghe und bei Marc Minkowskis Musiciens du Louvre. Hinzu kommen solistische Aufgaben und Konzertmeister-Positionen unter anderem im Amsterdam Baroque Orchestra unter Ton Koopman, dem European Baroque Orchestra und Concerto Köln. 2003 gründete Florian Deuter das Ensemble Harmonie Universelle, um mit ihm die Kammermusik- und Orchesterliteratur des 17. und 18. Jahrhunderts neu zu entdecken. Zahlreiche premierte CD-Einspielungen dokumentieren seine Arbeit.

Davit Melkonyan, Violoncello
studierte zunächst in Bremen bei Viola de Hoog und anschließend in Rostock bei Gert von Bülow . Sein Studium schloss er im Jahre 2011 an der UdK Berlin bei Jens-Peter Maintz mit Auszeichnung ab. Als Preisträger des XVI. Internationalen Johann-Sebastian-Bach-Wettbewerbs in Leipzig gastierte Davit Melkonyan bei bedeutenden Musikfestivals. 2011 erspielte er sich den 2. Preis beim XXXIV Internationalen Wettbewerb für die Musik des 20. und 21. Jahrhunderts „Premio Bucchi“ in Rom, Italien. 2012 erhielt Davit Melkonyan gemeinsam mit dem Cembalisten und Hammerklavier-Spezialisten Mikayel Balyan den Förderpreis „Artist in Residence Deutschlandfunk 2012“ des Musikfests Bremen und des Deutschlandfunks. 2013 spielte das Duo Sonaten von Bernhard Romberg und Johannes Brahms ein. Im Dezember 2015 erschien die Einspielung der von Rombergs Cellokonzerten mit der Kölner Akademie. 2017 nahm er gemeinsam mit Christophe Coin im WDR die drei Duos op. 33 von Bernhard Romberg auf. Im November 2016 gewann Melkonyan mit seinem Barockensemble „Ludus Instrumentalis“ den 1. Preis beim Gebrüder-Graun-Wettbewerb. 2018 wurde das Ensemble zur „Rheinsberger Hofkapelle – Ensemble in Residence “ im Schloss Rheinsberg ernannt. Er arbeitet kammermusikalisch zusammen mit Mikayel Balyan, Christophe Coin, Andrés Gabetta, Tobias Koch, Chouchane Siranossian, Evgeny Sviridov und Anton Steck.

Michael Borgstede, Cembalo
Der Cembalist, Fortepianist und Organist Michael Borgstede gilt auf historischen Tasteninstrumenten als einer der aufregendsten Virtuosen seiner Generation. Als Solist und als Mitglied des Kammermusikensembles Musica ad Rhenum hat er ganz Europa, die USA, Asien, Südamerika und den Nahen Osten bereist und ist bei den wichtigsten Festivals und in den traditionsreichsten Konzerthallen aufgetreten. Zudem ist Michael Borgstede als Professor für Cembalo und Generalbass an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln beschäftigt. Seine etwa zwei Dutzend CD-Produktionen wurden von der Kritik mit Begeisterung aufgenommen. Schon die Debut-Aufnahme mit dem Gesamtwerk des französischen Komponisten François Couperin wurde mit dem angesehen Editor’s Choice geehrt. Nicht weniger enthusiastisch waren die Reaktionen auf das Vier-CD-Set mit Cembalowerken Georg Friedrich Händels. Michael Borgstedes letzte Solo-Aufnahme mit dem Cembalowerk der Forquerays wurde mit dem Diapason d’Or ausgezeichnet. Michael Borgstede studierte Cembalo mit Jacques Ogg am Königlichen Konservatorium von Den Haag. Weitere musikalische Impulse bekam er am Cembalo von Ton Koopman, Lars Ulrik Mortensen und Gustav Leonhardt, an der Orgel von Bernard Winsemius und Harald Vogel. Neben seiner ausgiebigen Konzerttätigkeit hat Michael Borgstede an verschiedenen Institutionen unterrichtet und wird regelmäßig eingeladen, internationale Meisterkurse und Lesungen zur „Historischen Aufführungspraxis“ zu geben.