u.a. Bethlehemskapelle Neukölln

Drei Fantasiereiche Konzerte - Neukölln Barock

Georg Philipp Telemann: Sämtliche Solofantasien für Flöte, Violine und Viola da gamba und alle 6 Pariser Quartette in drei Konzerten

Neukölln Barock
Darja Großheide – Traversflöte
Daniel Deuter – Violine
Irene Klein – Viola da gamba
Sabine Erdmann – Cembalo

Zwischen 1732 und 1735 schrieb Telemann je zwölf Solofantasien für Flöte, Violine und Viola da gamba sowie drei mal zwölf Fantasien für Cembalo solo. Das zeigt, wie intensiv er sich in dieser Zeit mit genau diesen Instrumenten und ihren Besonderheiten auseinandergesetzt hat. 1730 waren bereits 6, meist im italienischen Stil verfasste Quartette für diese Besetzung in Hamburg erschienen, die weit über Deutschland hinaus bekannt wurden und zum Beispiel in Paris über Raubdrucke Verbreitung fanden. Als Telemann 1737 seine sechs „Nouveaux Quatuors“ bei seinem Aufenthalt in Paris drucken lässt und bei den Concert spirituel aufführt, ist der Erfolg riesig und die Begeisterung groß.
„Gieb jedem Instrument das / was es leyden kan / So hat der Spieler Lust / du hast Vergnügen dran“ (G.Ph.T.)
Unser Ensemble möchte die Fantasien endlich im Konzert zusammenbringen. In drei Konzerten soll pro Konzerthälfte ein „Pariser Quartett“ mit jeweils sechs Solofantasien erklingen, deren Tonartenabfolge auf das Quartett abgestimmt ist. Da Telemann sowohl bei den Fantasien als auch bei den Pariser Quartetten auf maximale Tonartenvielfalt achtet, wird dem Zuhörer in jeder Hinsicht Abwechslung geboten. Die Quartette werden von Johann Joachim Quantz in seiner „Versuch einer Anweisung, die Flute traversière zu spielen“ (1752) als perfektes Beispiel für den die schwierige Kompositionsform des Quartetts aufgeführt. Sie sind im damals hochmodernen „vermischten Geschmack“ geschrieben, der stilistische Elemente aus Italien und Frankreich auf das Schönste miteinander kombiniert.
Für uns als Spieler ist es ein äußerst anspruchsvolles und reizvolles Projekt, die Solofantasien in ihrer Gesamtheit aufzuführen. Daniel Deuter, Irene Klein und Sabine Erdmann haben ihren Hauptwohnsitz in Berlin, Darja Großheide ist mit Zweitwohnsitz in Berlin gemeldet.
Idealerweise werden die drei Konzerte 2021 an einem Wochenende an drei Orten in Berlin stattfinden, zum Beispiel Freitag und Samstag jeweils abends, am Sonntag gegen 17 Uhr als Vesperkonzert. Wir planen derzeit.

Daniel Deuter,Violine
Seine Beschäftigung mit den adäquaten Mitteln und Manieren der Alten Musik mündete in Konzerte und Produktionen mit renommierten Musikern wie René Jacobs, Philippe Herreweghe, Reinhard Goebel und Ensembles wie dem Stuttgarter Barockorchester, der Akademie für Alte Musik Berlin und dem Freiburger Barockorchester, die ihn durch ganz Europa, Asien, in den mittleren Osten und nach Nord- und Südamerika führen. Daniel Deuter leitet Orchester-Workshops und ist Dozent für Barockvioline (Sommerkurse für Alte Musik in Valtice, CZ und Warschau, Parlement de Musique, Michaelsteiner Sommerakademie, Akademie Schloss Seehaus und Zürcher Hochschule der Künste) und ein gefragter Konzertmeister auch anderer Ensembles wie der Neuen Hofkapelle München, dem Augsburger Orchester La Banda, dem Collegium 1704, dem Ensemble Les Nouveaux Caractères, Lyon oder der Opernorchester Gießen, Kiel und Nürnberg. Er ist Mitbegründer der Batzdorfer Hofkapelle, die sich für die Erschließung und Aufführung des Repertoires der Dresdner Hofkapelle einsetzt, seit 1993 Opernwerke dieses Repertoires auch ohne Dirigent in Szene setzt und in diesem Jahr zum 26. mal die Batzdorfer Barockfestspiele veranstaltet und gründete 1996 das Kölner Ensemble CordArte, das sich vor allem der Kammermusik des 17. Jahrhunderts widmet, zuletzt mit einer Aufnahme deutscher Solokantaten des 17.Jhs mit der Sopranistin Hana Blazikova. Seine Arbeit ist auf zahlreichen, bei den Labels Raumklang, Musicom, cpo, Supraphon, Audite!, Pan Classics und Accent erschienenen CDs dokumentiert. Seit 2013 betreut er eine Violinklasse an der Musikhochschule Bydgoszcz, Polen.

Irene Klein, Viola da gamba
erhielt mit neun Jahren ihren ersten Gambenunterricht und sammelte schon früh Erfahrungen im Solo- und Consortspiel. Sie studierte an der Schola Cantorum Basiliensis bei Paolo Pandolfo und in Mailand an der Civica Scuola di Musica bei Roberto Gini. 1997 wurde sie im 1.Internationalen Bach-Abel-Wettbewerb für Viola da Gamba in Köthen/Anhalt zweite Preisträgerin, 1999 erhielt sie im Concours Musica Antiqua in Brugge/Belgien eine „Honourable Mention“ und einen Förderpreis. Mit ihrem Gambenduo Musicke&Mirth mit Jane Achtman gewann sie mehrere hoch dotierte Preise in internationalen Ensemblewettbewerben und ihre CDs wurden weltweit gelobt. Irene ist eine europaweit gern gefragte Gambistin und Lirone Spielerin für mannigfaltige Konzert-, Opern- und Aufnahmeprojekte, und ihre jahrelange Zusammenarbeit mit verschiedensten Ensembles wie dem Marais Consort (Hamburg) und The Spirit of Gambo (Den Haag), dem Hathor Consort (Brüssel) und Circles Oslo, der Akademie für Alte Musik Berlin unter René Jacobs und dem Collegium Vocale Gent unter Philippe Herreweghe bildet die Basis ihrer reichen musikalischen Berufserfahrung.
1999-2001 unterrichtete sie an der privaten Musikhochschule Týnská Škola in Prag, seit 2004 ist Irene Klein Dozentin für Viola da Gamba an der Leipziger Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“. Privat und im Instrumentallehrerkreis der Freien Waldorfschule Mitte unterrichtet sie in Berlin Schüler und Studenten aller Altersstufen.

Sabine Erdmann, Cembalo
erhielt ihren ersten Cembalounterricht mit 11 Jahren bei Beata Seemann in München.Sie studierte an der Staatlichen Hochschule für Musik Heidelberg-Mannheim bei Prof. Egino Klepper,danach an der Hochschule der Künste Berlin bei Prof. Mitzi Meyerson. Sie besuchte Meisterkurse bei Menno van Delft, Lars Ulrik Mortensen und Jesper Christensen. Neben ihrer solistischen und kammermusikalischen Tätigkeit ist sie als gefragte Continuo-Spielerin Mitglied und Gast verschiedener Orchester, wie z. B. Göttinger Barockorchester, Concerto Grosso Berlin, Deutsches Sinfonieorchester, Ensemble ResonanzHamburg, Heidelberger Sinfoniker, Kammerakademie Potsdam, Lautten-Compagney Berlin und Kammer-musikensembles, wie Nils Mönkemeyer and Friends. Außerdem ist Sabine Erdmann als Cembalo-Korrepetitorin der Flötenklassen an der Universität der Künste Berlin tätig, sowie auch beim Deutschen Musikratwettbewerb. Sabine Erdmann wirkte bei Rundfunkaufnahmen (NDR, SFB) und CD-Produktio-nen als Solistin und Continuospielerin mit.