17. August 2020 19:30 Uhr

Kulturfabrik Becker & Funck, Düren

La Biondina in Gondoleta - Barockmusik aus dem schönen Italien

Nachtigallen-Ensemble:
Theresa Nelles – Sopran
Darja Großheide – Travers- und Blockflöte
Elisabeth Wand – Violoncello
Stefan Koim – Barockgitarre
Markus Märkl – Cembalo

Foto Müllejans

Italien galt bereits im 17ten Jahrhundert als das Land der Liebe und der Schönen Künste. Die Opernhäuser in Venedig und Neapel zogen jedes Jahr Hunderte Besucher aus ganz Europer an. Reisen nach Italien gehörten zur guten Ausbildung eines jeden Adligen und natürlich auch eines jeden Musikers. Deutsche Musiker wie Händel oder Hasse, später auch Johann Christian Bach und Mozart, lernten in Italien ihr Handwerk und komponierten fleißig im italienischen Stil. Italienische Musik war Exportschlager, und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass Venezianische Gondellieder auch in London populär wurden. Dass die Musik von Vivaldi, Scarlatti und Caldara durch ihre Gesanglichkeit und Virtuosität besticht, wird in diesem Programm recht deutlich. Aber auch der deutsche Komponist Johann Adolph Hasse, von den Italienern zärtlich „il divino sassone“ (der göttliche Sachse) genannt, beherrscht die italienische Musiksprache mit Bravour. Seine Frau ist die venezianische Sängerikone Faustina Bordoni. Gemeinsam werden sie die Musikkultur am Dresdner Hof August des Starken prägen und schließlich doch wieder in ihr geliebtes Venedig zurückkehren; Venedig, wo die Gondeln schaukeln, der Karneval in prächtigen Kostümen zelebriert und die Liebe gefeiert wird.

Programm
Johann Simon Mayr ( 1763 – 1845 ) La biondina in gondoleta
Johann Adolf Hasse( 1699 – 1783 ) “Fille dolce mio bene”,Kantate für Sopran, Traversflöte und Basso continuo
Venezianische Balladen 1.für Gitarre solo 2. Il Toppè mit Gesang oder Flöte 3. Gitarre solo
Antonio Vivaldi( 1678 – 1741) “All`ombra di sospetto”, Kantate für Sopran, Traversflöte und B.c.
Pause
Johann Adolf Hasse “Cos´è sta cossa?”, Venezianisches Gondellied
Benedetto Marcello(1686 – 1739) Ciaccona für Blockflöte und B.c.
Antonio Caldara( 1670- 1736 ) “Quell`Usignuolo”, Arie aus dem Oratorium „Sancta Ferma“ für Sopran, Flöte und B.c.
La Biondina in Gondoleta 1. für Gitarre solo 2. mit Flötenvariation von Gebauer 3. Gesangsstrophe
Alessandro Scarlatti ( 1660 – 1725 ) Sonate für Cembalo solo
Alessandro Scarlatti “Ardo, è ver, per te dàmore”, Kantate für Sopran, Traversflöte und B.c.

Theresa Nelles, Sopran
Schon wahrend ihrer langjahrigen Chormitgliedschaft im Madchenchor am Kölner Dom erhielt Theresa Nelles erste solistische Aufgaben, war lange Zeit Sangerin einer Jazzband und studierte nach dem Abitur Gesang an der Musikhochschule Köln bei Frau Prof. Mechthild Georg und in Rom am Conservatorio Santa Cecilia. Sie absolvierte Meisterkurse u.a. bei Krisztina Laki, Kurt Widmer, Ingeborg Danz und arbeitet nach wie vor eng mit Frau Prof. Michaela Kramer in Dusseldorf zusammen. Engagements fuhren die Sangerin ins In- und Ausland zu Festivals wie dem Festival Internazionale di Musica e Arte Sacra nach Loreto und Rom, nach Sizilien, die Schweiz, Sudtirol, Russland, zu den Internationalen Handelfestspielen nach Göttingen, dem Beethovenfestival Bonn, den Bruhler Schlosskonzerten, an Opernhauser wie Krefeld/Mönchengladbach, Koblenz, Gelsenkirchen, ans
Markgrafliche Opernhaus Bayreuth, in die Tonhalle Dusseldorf, die Kölner und Essener Philharmonie und nicht zuletzt regelmaßig in große Kirchen wie z.B. den Kölner Dom oder das Grossmunster Zurich.
Mit Programmen wie „Frau Nelles und die Nachtigall“ oder den seit Jahren sehr erfolgreichen Genre-ubergreifenden „Adventskalenderkonzerten“ ist sie ebenso zu erleben und bietet zudem charmante Konzertangebote fur kleine Zuhörer an. Die Sopranistin arbeitete u.a. mit der Neuen Philharmonie Westfalen, den Bochumer Sinfonikern, dem WDR Funkhausorchester, dem Gurzenichorchester Köln,
BonnBarock, Musica Alta Ripa, Concerto Köln, Concert Royal u.v.a. Mit der szenischen Auffuhrung von J. S. Bachs „Matthauspassion“ war die Sangerin 2019 erstmalig beim renommierten Bachfest Leipzig zu erleben. Auch im Bereich der Neuen Musik ist Theresa Nelles vielfaltig tatig, u.a. in den Urauffuhrungen der ihr gewidmeten Komposition von Markus Schönewolf „Lieder in Bildern“, der Oper „Abraham“ oder dem Oratorium „Logos“ des bekannten Schweizer Komponisten Daniel Schnyder. 2020 wird sie eine der Hauptrollen in der Urauffuhrung der Oper „Oh ihr Menschen“ von Wolfgang Abendroth ubernehmen.

Darja Großheide, Traversflöte
spielt von Kindheit an Quer-und Blockflöte. Sie studierte zunächst Blockflöte bei S Balestracci in Padua (Italien). Es folgten Abschlüsse an den Musikhochschulen von Maastricht (NL bei J.Minis) und Köln (M.Zimmermann). Bei Karl Kaiser machte sie ein Aufbaustudium für Traversflöte an der MHS Frankfurt, bei Martin Sandhoff spezialisierte sie sich zusätzlich auf das Spiel romantischer Klappenflöten. Sie konzertiert mit verschiedenen Barockorchestern sowie in unterschiedlichen kammermusikalischen Formationen. Mehrere CD-Produktionen mit Ersteinspielungen ihres Ensembles „musica solare“ sind aus dieser Arbeit hervorgegangen (u.a.Kantaten von Ariosti, Sonaten von Nardini). 2010 gründet Darja Großheide die Kammerkonzertreihe „Tonspuren“, die seit 2015 in der Kulturfabrik Becker&Funck in Düren vom Kunstförderverein Kreis Düren veranstaltet wird und die sie als Musikalische Leiterin betreut. Sie erarbeitet fortdauernd neue Kammermusikprogramme in unterschiedlichen Besetzungen und setzt diese um.

Markus Märkl, Cembalo
wurde einmal von der englischen Presse als ein Künstler von “blendender Virtuosität und geistreichem Witz” bezeichnet. Er stammt aus dem bayerisch-schwäbischen Dillingen an der Donau und studierte nach dem Abitur in Augsburg Cembalo und Orgel. Der Klang historischer Tasteninstrumente faszinierte ihn nachhaltig, so dass sich Markus Märkl zu weiterführenden Studien der Alten Musik an der Schola Cantorum Basiliensis in der Schweiz entschied. Nach seinen Basler Diplomabschlüssen 1995 führte ihn sein künstlerischer Weg nach Paris an der Seine, seit 1998 lebt Märkl als freischaffender Musiker in Köln am Rhein und widmet sich hier neben seiner solistischen Tätigkeit vor allem der Kammermusik. Seine Konzerttätigkeit führte ihn neben weiten Teilen Europas nach Israel, den USA, Singapur und Australien. Als Mitglied des Kölner Ensembles CordArte erforscht Markus Märkl seit 2003 das unerschöpflich reiche und hochwertige Repertoire des 17. Jahrhunderts. Zusätzlich gibt er gerne Kurse für Generalbass oder Improvisation. Anlässlich erster Erfahrungen mit der Ensembleleitung bei den Basler Bachkantaten in der Predigerkirche entschloss sich Markus Märkl zu einem professionelleren Einblick in das Dirigieren, von Oktober 2009 bis Juni 2010 war er Student in der Dirigierklasse von Prof. Michael Luig an der Kölner Musikhochschule. Zahlreiche CD-Einspielungen ergänzen und dokumentieren Markus Märkls künstlerische Vielseitigkeit, seit 2013 hat er einen eigenen YouTube-Kanal auf dem er einen Teil seiner bisherigen Aufnahmen online gestellt hat. Als Gründungsmitglied und Vorstand der Kölner Gesellschaft für Alte Musik e.V. engagierte sich Markus Märkl von 2011 bis Ende März 2017 zudem kulturpolitisch in seiner Wahlheimat Köln und in NRW. Markus Märkl interessieren vor allem Programme mit einem thematischen oder historischen Fokus, die Zusammenhänge aufzeigen oder interessante Einblicke vermitteln können in ein Repertoire, das auch heute noch weitgehend dem «Kenner und Liebhaber derartiger Gemüthsergötzung» vorbehalten ist. Wichtig ist ihm hierbei, dass trotz der hierfür notwendigen wissenschaftlichen Einarbeitung am Ende die Musik für sich selbst spricht. So sucht er einen lustvollen und anregenden Umgang mit historischen Quellen, die er auf humorvolle Art seinem Publikum vermittelt. Und gerne zitiert er einen Satz von August Everding, der jedem Interessierten an der teilweise nicht immer einfach zu konsumierenden «Kunst» ein Leitfaden sein dürfte: Wissen macht Lust. – Und ja vielleicht Lust auf mehr!

Elisabeth Wand, Violoncello
studierte Cello an der Hochschule für Musik Köln bei Prof.J.Herzbruch sowie an der Musikhochschule Detmold bei Frau Prof. I. Güdel. Künstlerische Aufbaustudien an den Musikhochschulen Köln (bei M.M. Kasper) und an der Musikhochschule Frankfurt (Barockcello bei Prof. R. Zipperling) schlossen sich an. Neben ihrer Lehrtätigkeit tritt sie regelmäßig als Solistin und Kammermusikerin auf. Mit der Flötistin Dorothee Oberlinger wurde sie für das Nachwuchsforum Neue Musik der „Gesellschaft für Neue Musik“ ausgewählt. CD-Produktionen sowie Aufnahmen beim WDR, HR, SWR und im Ausland schlossen sich an. Seit 2002 widmet sie sich in verschiedenen Ensembles (z.B. Concerto Köln, Das Neue Orchester, Das Kleine Konzert) der historischen Aufführungspraxis. Ihre Einspielung mit dem Geiger Stephan Schardt wurde 2014 mit dem renommierten ECHO-Klassik-Preis ausgezeichnet.

Stefan Koim, Barockgitarre und Laute
schloss seine Gitarrenstudien in Köln bei  Prof. Hubert Käppel mit Auszeichnung ab. In Salzburg erwarb er außerdem den Bachelor of Arts. Nach einem einjährigen Studium im Rahmen des Fulbright Programmes am New England Conservatory Boston,USA in der Klasse von Eliot Fisk kehrte Stefan Koim an die Universität Mozarteum Salzburg zurück, wo er im Rahmen eines Erasmusprojekts schon gewesen war und schloss dort das Studium Master of Arts mit Auszeichnung ab. Der Grad Master of Music (mit Auszeichnung) wurde ihm 2014 von der Hochschule für Musik Würzburg verliehen. Momentan vervollständigt Stefan Koim seine musikalische Ausbildung an der dortigen Musikhochschule in der Meisterklasse von Prof. Jürgen Ruck. Ergänzt wurde die bisherige musikalische Ausbildung durch regelmäßige Meisterkurse bei renommierten Musikern wie Konrad Junghänel, Carlo Marchione, Roberto Aussel, Zoran Dukic, Pavel Steidl, Manuel Barrueco, Oscar Ghiglia oder Han-an Liu. Mit dem Ensemble Cembaless gewann Stefan Koim im Jahr 2015 sowohl den 3. Preis als auch den Publikumspreis des Biagio-Marini-Wettbewerbs in Neuburg an der Donau, 2016 folgte der Publikumspreis der “ZAMUS Spielwiese” und Anfang diesen Jahres der Publikumspreis und der “Förderpreis Alte Musik des Saarländischen Rundfunks“. Aufgrund seiner Vielseitigkeit und der Beherrschung weiterer Instrumente wie E-Gitarre, Banjo, Charango, Barockgitarre und Erzlaute wird Stefan Koim für Uraufführungen, Filmmusiken und Opernaufführungen (u.a. Oper Köln, Mozarteum Salzburg) angefragt. Konzertreisen führten ihn nach Russland, Italien (u.a. Composit New Music Festival 2012), Schweiz, Österreich, Dänemark (Guitar+Festival 2013) und in die USA. 2013 eröffnete er u.a. das renommierte BostonGuitarFest mit einer Uraufführung. Stefan Koim wurde u.a. von der Rotary Foundation, der Fulbright-Kommission, der Werner Richard – Dr. Carl Dörken Stiftung, der Konrad-Adenauer-Stiftung und der Studienstiftung des deutschen Volkes gefördert. Bei „musicaphon“ erschienen seine Solo CDs “A l’Espagnol” und “Royal”.