18. Mai 2020 19:30 Uhr

Kulturfabrik Becker & Funck, Düren

Das süße Geschwätz der beweglichen Lüfte

Musik für zwei Klappenflöten und Klavier von Doppler, Tulou und Kuhlau
Annie Laflamme und Darja Großheide – konische Klappenflöten
Michael Borgstede – Klavier

Fotos: Michael Borggreve, M.Cogel

Annie Laflamme – Traversflöte
Während im Paris des 18. Jahrhunderts die Musik des Barock ihre schönsten und exklusivsten Blüten trieb, waren sieben kleine Eilande in Kanadas eiskaltem St. Lorenz Strom das Ziel französischer Auswanderer in der neuen Welt. Sept-Iles, so heißt heute noch der Ort, in dem 250 Jahre später deren Nachfahrin, die Flötistin Annie Laflamme geboren wurde. Als Québécoise fühlt sie sich der Sprache des Alten Frankreich ebenso nah, wie sie als Künstlerin mit der Musik der Alten Welt verbunden ist. So zog es Annie Laflamme nach ihrem Studium der Querflöte in Montreal zurück in die Musikmetropole Wien. Hier lernte sie die heute Neue Welt der Alten Musik kennen, deren Studium sie am königlichen Konservatorium in den Haag vervollkommnete. Heute lebt Annie Laflamme als Spezialistin für historische Flöten des Barock, der Klassik und der Romantik in Köln. Sie arbeitet mit renommierten Ensembles wie z. B. der Haydn Akademie Wien, Le Cercle de l’Harmonie Paris, Musicaeterna Perm (Russland), Concerto Köln, dem Collegium 1704 Prag, Wrozlaw Baroque Orchestra (Polen). Ihre Konzertreisen als Solistin, Kammer- und Orchestermusikerin führten sie durch Europa, in die Heimat Kanada, nach Südamerika, in die arabische Welt, sowie nach Japan, Russland und Indien. Zahlreiche CD Einspielungen und Rundfunkmitschnitte belegen Ihre künstlerische Tätigkeit.

Michael Borgstede, Hammerflügel
Der Cembalist, Fortepianist und Organist Michael Borgstede gilt auf historischen Tasteninstrumenten als einer der aufregendsten Virtuosen seiner Generation. Als Solist und als Mitglied des Kammermusikensembles Musica ad Rhenum hat er ganz Europa, die USA, Asien, Südamerika und den Nahen Osten bereist und ist bei den wichtigsten Festivals und in den traditionsreichsten Konzerthallen aufgetreten. Zudem ist Michael Borgstede als Professor für Cembalo und Generalbass an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln beschäftigt.
Seine etwa zwei Dutzend CD-Produktionen wurden von der Kritik mit Begeisterung aufgenommen. Schon die Debut-Aufnahme mit dem Gesamtwerk des französischen Komponisten François Couperin wurde mit dem angesehen Editor’s Choice geehrt. Nicht weniger enthusiastisch waren die Reaktionen auf das Vier-CD-Set mit Cembalowerken Georg Friedrich Händels. Michael Borgstedes letzte Solo-Aufnahme mit dem Cembalowerk der Forquerays wurde mit dem Diapason d’Or ausgezeichnet. Michael Borgstede studierte Cembalo mit Jacques Ogg am Königlichen Konservatorium von Den Haag. Weitere musikalische Impulse bekam er am Cembalo von Ton Koopman, Lars Ulrik Mortensen und Gustav Leonhardt, an der Orgel von Bernard Winsemius und Harald Vogel. Neben seiner ausgiebigen Konzerttätigkeit hat Michael Borgstede an verschiedenen Institutionen unterrichtet und wird regelmäßig eingeladen, internationale Meisterkurse und Lesungen zur „Historischen Aufführungspraxis“ zu geben.